ſteigen?— aber ſie ſtieg nicht, ſie ſchwebte empor, und zog mich nach; mir ſchwindelte; doch ich ver⸗ traute Gott und meiner Mutter: ehe die Sonne am Himmel war, ſtand ich gerettet am Rande. Ich ſagte: Mutter ich wußt' es wohl, daß du mir helfen wuͤrdeſt, haſt du mir doch von jeher überall geholfen; da wurde ihr Blick ſehr ernſt, ſie hob die eine Hand gen Himmel, und beugte tief ihr Haupt: ich kniete nieder, denn ich hatte ſie verſtanden. Plötzlich um⸗ floß ſie ein helles Licht, ich ſah's mit freudigem Schrek⸗ ken; noch einmal laͤchelte ſie mich an, doch ihr Glanz blendete mich, unwillkurlich druͤckt' ich die Augen zu, und als ich ſie wieder eröffnete, war ich allein.— Da wurde mir offenbar, was ihr mir ſo lange ver⸗ ſchwiegen habt, daß meine Mutter nicht mehr lebt; doch ſie ſieht mich, hoͤrt mich, wacht uber mich, und iſt gewiß ein ſeliger Geiſt: das iſt mein Troſt und meine Ruhe.“
Die Erzaͤhlung des Knaben war hundertmal
durch Ausrufungen des Abſcheus oder der Verwun⸗ derung und Liebe unterbrochen worden, die Thuͤren ſtanden offen, Knechte und Magde waren herbeige⸗ eilt, den wiedergefundenen Heinrich zu ſehen; ſie hat⸗ ten ſeine Worte gehort, und gingen nun, den Nach⸗ baren mitzutheilen, was ſie wußten von der grauen⸗ und wundervollen Begebenheit; bald darauf ward ſie im ganzen Dorfe verbreitet. Marthe hatte ſich bei
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