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„Sprich, Heinrich; weil ich dich wieber habe, wil ich das andere gerne tragen: ich bin auf Alles gefaßt!“ Heinrich fing damit an, daß er bat, ihm ſeine Schuld, die er als ſehr groß erkannte, zu verzeihn; dann ſagte er, wie ſchrecklich er ſich ſchon dafur geſtraft gefuͤhlt, durch den bloßen Anblick ſeiner Stiefmutter, welche namenloſe Angſt ihn ergriffen, als ſie ihn gewaltſam hingezogen bis zum Rande des Abgrunds, wie er im Vorgefuͤhl des Todes dageſtanden, wie ihn die Ra⸗ ſende hohnlachend hinabgeſtoßen, er im Falle ſeinen guten Engel und ſeine Mutter angerufen, beinahe im ſelben Augenblicke aber alle Beſinnung verloren.„Was die Nacht uber mit mir geſchah,“ fuhr Heinrich fort, „weiß ich nicht zu ſagen; es dammerte ſchon, als ich die Augen aufſchlug, wie aus einem erquickenden Schlafe erwachend. Ich lag auf dem Raſen in dem tiefen ſchauerlichen Thal, und neben mir ſtand eine Frau in weißem Gewande; ſie blickte unendlich mild. und liebreich auf mich herab; ich konnte den Blick, die Zuge nicht verkennen: es war meine uͤber alles geliebte Mutter Anna. Ich ſtreckte die Arme nach ihr aus, und rief: O Mutter! Mutter! wenn du nur wieder bei mir biſt, fuͤrchte ich mich vor der böſen Marthe und vor niemanden mehr; ſie aber antwor⸗ tete nicht, ſie winkte mir aufzuſtehen, ihr zu folgen; ich gehorchte und faßte ihr Gewand. Ich wollte fra⸗ gen; Mutter, wie werden wir die ſteilen Felſen er⸗


