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zu ſteigen, war es Carlo zu Muthe, als raube er ihm zum zweitenmale die Geliebte.
Noch vom Ufer rief das gluckliche Paar das gewohnliche„felice notte“ den beiden ihnen von der Terraſſe Nachſehenden in weichem Tone zu. Ein ſchallendes Hohngelaͤchter, nur von Bianca vernom⸗ men, war Carlo's Antwort auf dieſen Abſchiedsgruß.
Dieſer qual⸗ und wonnevolle Abend hatte aus Carlo's Bruſt jede beſſere Geſinnung, jedes heilige Gefühl, das noch der Leidenſchaft widerſtand, mit verzehrender Glut getilgt. Er hatte ſie wiedergeſehn! Nur ihr Anblick war Leben, martervolles,—— gleichviel, es war Leben!—— und wo Angela's Augen nicht leuchteten, da war die Oede und das Grauen der kalten Gruft. So oſt nun Bianca An⸗ gela beſuchte, begleitete er ſie. Aber nur auf Minu⸗ ten konnte er dem Sturme in ſeiner Bruſt gebieten, und außerlich ruhig die ewig heitern Blicke Angela's ertragen. Unſtaͤt durchirrte er Pallaſt und Garten, ſuchte die Frauen wieder auf, und floh ſie wieder, oft floh er auch das Haus, das zugleich ſeinen Him⸗ mel und ſeine Hölle einſchloß. Aber von allmächti⸗ ger Sehnſucht getrieben, betrat er es oft in derſelben Viertelſtunde wieder. Eines Abends jedoch erſchien er ſo lange nicht, daß Bianca wähnte, er habe ſie vergeſſen; Scipio bemerkte ihre Aengſtlichkeit, und bot ſich ihr zum Begleiter an. Kaum hatten die
Pperin Erzählungen. 2


