16 ſeine Seele der ihren zu— und vielleicht hätten ſeine zitternden Lippen es ausgeſprochen, aber der Schall von Scipio's und Bianca's Stimmen drang an ſein Ohr, er beſann ſich, und war nun erſt ganz unglucklich. Denn nicht die Geliebte, nicht das Ei⸗ genthum ſeiner trunkenen Phantaſie ſtand mehr vor ihm, ſondern Scipio's Gattin, eine der erſten unter den ſtolzen Venetianerinnen. So fluͤchtig Angela's Auge, das nur auf Scipio weilen konnte, Carlo's Geſtalt erfaßt, ſo hatte doch die zu ſichtbare Zerſts⸗ rung ſie erſchreckt, und ſie fragte theilnehmend, was ihm fehle?—„Ein verzehrendes Fieber, Sig⸗ nora!“ gab er wirklich fieberhaft ſtotternd zur Ant⸗ wort,„und,“ ſetzte er gezwungen laͤchelnd hinzu, „wenn es mit ganzer Gewalt in mir wuͤthet, iſt mir wahrlich beſſer, als wenn es nachlaſſen muß.“ An⸗ gela faßte nicht den wahren Sinn der Worte, ſie verſtand die Blicke nicht, welche ſie begleiteten, den⸗ noch fuͤhlte ſie ſich von innerer Angſt ergriffen, und näherte ſich, Schutz ſuchend, ihrem Gemahle. Nun wurde das Geſpräch allgemein und drehte ſich um gleichguͤltige Gegenſtände; kaum vermochte Carlo ſein ungeſtum ſchlagendes Herz zu bezwingen, und Theil daran zu nehmen. Trotz allem Zwange fuhlte er das Beſeligende von Angera's Gegenwart, und als Scipio, bei herannahender Nacht, ſeine Gattin erin⸗ nerte, daß es mun Zeit ſey in die wartende Gondel
.


