freut entgegen. Scipio uͤbergab ihr ſeine Gattin; beide Frauen gingen mit innig verſchlungenen Ar⸗ men, vertraulich fluͤſternd, der Terraſſe zu, wohin Bluͤthenduft ſie ſchmeichelnd lockte. Scipio eilte Carlo aufzuſuchen in ſeinem eigenen Gemache; doch er mußte mit Macht an ſich halten, um bei ſeinem Anblick nicht aufſchreiend zurück zu treten.— Hef⸗ tig, leidenſchaftlich war ihm Carlo von jeher erſchie⸗ nen, und eine finſtere Wolke zwiſchen den Augen⸗ braunen hatte von jeher die edle Stirn entſtellt, die Harmonie der ſchoͤnen Zuge geſtört; aber dieſe Zer⸗ riſſenheit in allen Theilen des blaſſen, eingefallenen Geſichtes, dieſes duſtere Brennen der Augen in ih⸗ ten tiefen Hoͤhlen, dieſer bald ſchmerzhaft, bald höh⸗ niſch verzogene Mund——„Was hat in dieſen Zuͤgen gewäthet?“ fragte Scipio ſich ſelbſt, Carlo zu fragen hatte er nicht den Muth. Carlo war bei ſeinem Eintreten aufgeſtanden, aber auch nicht um einen halben Schritt ihm entgegengekommen, unbe⸗ weglich ſtand er und wurzelte den Blick in den Bo⸗ den. Enblich ſagte Scipio ſanft:„Du biſt krank?“ —„Ja!“—„Warum ließeſt du mich nichts wiſ⸗ ſen?“— Carlo ſchwieg.—„Haſt du keinen Arzt gefragt?“— Carlo ſchwieg.— Halb von Unwillen, halb von Mitleid bewegt, wandte ſich Scipio von dem Stummen, und kehrte zu den Frauen zurück. Carlo
war ihm wie im Traume gefolgt. Sie kamen au


