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aber vor allen andern Menſchen will Carlo's Gattin von ihm geliebt ſcheinen, ſo lange er es noch duldet.“ Angela ehrte das Geheimniß der ungluͤcklichen Freun⸗ din, ſie ſagte zu Scipio nur: Bianca habe ſie be⸗ ſucht, ſie wunſche oft um ſie zu ſeyn. Scipio konnte keinen Wunſch der Geliebten unerfullt laſſen, und auch er freute ſich auf die erſte Zuſammenkunft mit Carlo, nach einer Trennung von mehreren Monden.
In den Tagen der rauſchenden Freude, am Ufer der Brenta, war Scipio weit davon entfernt gewe⸗ ſen, ſeinen Jugendfreund zu beobachten; er wußte es nicht, daß Carlo nur mit dem Blick des Neides ſein Gluͤck geſehen, daß ſein eigenes Loos ihm nur als Parodie davon erſchienen war. Carlo glaubte dem Hohn des Schickſals ſeinen ganzen Trotz entge⸗ genſetzen zu muͤſſen. Er hatte Bianca zum Altare gefuͤhrt, weil das Wohl ſeines Hauſes von dieſer Ver⸗ bindung abhing, weil er ſeinem von Alter und Un⸗ gluͤck gebeugten Vater geſchworen hatte, ſie zu ſchlie⸗ ßen; aber Bianca war ihm verhaßt, weil—— ſie nicht Angela war,— und er ließ ſie das ganze Ge⸗ wicht ſeines Haſſes fuhlen, freilich nicht durch ge⸗ meine Herabwuͤrdigung, denn ſie trug ſeinen Namen, nein! durch eiſernen Ernſt und Todeskalte.
Ach! Scipio ahnete es nicht, welchen verhaͤng⸗ nißvollen Schritt er wage, als er, Angela am Arme,
Carlo's Haus betrat. Bianca kam ihnen hoch er⸗


