gerung zu ziehen. Es war ja unmöglich; ihr Herz ver⸗ mochte es nicht; und wär' auch das geweſen, ihre Zunge hatte es nicht vermocht, auf den augenfälligen Schluß hinzudeuten, zu welchem eine ſo ungewöhnliche Erre⸗ gung, ein ſo reicher für die Bewahrung des Geheimniſ⸗ ſes gebotener Lohn berechtigte.
Wie ſie fortfuhr, wurden Rainsford's Gefühle ſicht⸗ barer: er zitterte; er ſchnappte nach Athem: er ſchlug ſeine Hände krampfhaft in einander und bedeckte endlich ſein Geſicht und weinte laut, als ſollte ſein Herz bre⸗ chen. Virginias Gemüthsbewegung glich faſt ſeiner eige⸗ nen, und ſie leiſtete ihm mit ihren ſtillen Thränen Geſell⸗ ſchaft. Endlich faßte ſie noch einmal Muth und fragte
beſtimmt: „Iſt die Erzählung der Frau Paddock wahr?“ „Ja— aber—“
„Dann wollen wir uns nie wieder ſehen. Ich kann Euch nicht verrathen. Aber Ihr müßt dieſe Gegend auf immer verlaſſen.“
„Aber, Virginia— Miß Dangerfield— laßt mich Euch auseinanderſetzen—“
„Ich bedarf keiner Auseinanderſetzuns!— Nichts, nichts kann die furchtbaren Gefühle, welche Eure Ge⸗ genwart uns jetzt einflößt, entfernen oder ſänftigen. Verlaßt mich— ich vergebe Euch— ich— ich bemit⸗ leide Euch.“
„Aber, theure Virginia—“


