Teil eines Werkes 
1. Band, Wohlauf, nach Westen! : 1. Theil (1837)
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Frau Judith ſuchte dieſes junge Mädchen auf, welches in Wahrheit ſeit ihrer Mittheilung, daß dieſe Welt ſo ſchlecht, ſo ſcandalös ſei, ihren Anblick kaum ertragen konnte. Virginia ſah ſie nie über die Straße kommen, ohne ein banges Vorgefühl irgend einer unwillkommenen Neuigkeit zu haben; der Art iſt aber der ſeltſame Wider⸗ ſpruch in der menſchlichen Natur, daß ſie doch zögerte

d lauſchte, obgleich vielleicht jedes Wort ein Dolch⸗ ſtich in ihr Herz war. In der Furcht, und, vor Allem, in der ſchauervollen Wirklichkeit iſt eine Art übernatür⸗ licher Anziehungskraft. Das zarteye, ſanftere Geſchlecht,

das Geſchlecht, deſſen Milde unerſchöpflich, deſſen Mitge⸗

fühl unergründlich iſt, das Weib, dieſes ſo unendlich ſchüchterne, ſcheue, ſo leicht bangende Weſen, verweilt mit dem geſpannteſten Intereſſe, mit der größten Auf⸗ merkſamkeit bei den Blättern, in welchen Schrecken auf Schrecken gehäuft ſind, und wo die Verworfenheit in den grellſten Farben ihrer tiefſten Erniedrigung geſchil⸗ dert iſt. Wir ſehen anſtändige Frauen aus allen Theilen des Landes ſich herzudrängen, um die letzten Seufzer eines ſterbenden Niſſethäters zu hören, der als ein ver⸗ dientes Opfer der Heiligkeit der Geſetze und der Sicher⸗ heit der Geſellſchaft ſeinen Tod findet; es iſt nicht Grau⸗ ſamkeit, was ſie herzieht, nein, es ſind die ſüßen Schauer des Schauſpiels, der Zauber des Schrecklichen, was ſie lockt und gewaltſam feſſelt. Alle unſere Leſer werden ſich vielleicht einer Gelegenheit erinnern, wo die ſchau⸗