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zu wandern, ein Gaſt nur an dem Tiſche von Fremden; zu gehen und zu kommen, ohne daß einer Seele daran liegt, woher und wohin, und des Nitgefühls jedes menſch⸗ lichen Herzens baar zu ſein! Das war meine Lage, als ich hierher kam und mit einer liebevollen Gaſtfreundſchaft, die mein ganzes Herz öffnete, aufgenommen ward. Nicht um Alles in der Welt hätte ich dem anfangs widerſtehen, ihm hernach entſagen können. Wollt Ihr mir vergeben, daß ich Euch Freundſchaft für Jemand einzuflößen bemüht war, der beſtimmt iſt, ſie durch bittere Erinnerungen, vielleicht durch Schlimmeres, zu vergelten?“
Er ſchauderte in düſterm Vorgefühl, das ſich ſeiner bemächtigte, als er hinzuſetzte:„
„Ich werde Euch morgen verlaſſen— Ihr dürft es nie ſehen!“
„Was darf ich nicht ſehen?“ fragte Virginia.
„Ihr dürft nie ſehen, wie ich allmählig der Würde des Geiſtes, der Attribute des gottgleichen Menſchen beraubt werde!— Ihr ſollt nicht ſehen, wie ich die haſſe, welche ich liebte; wie ich über einem einzigen unglücklichen Gedanken ſitze und brüte, der von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag wächſt, bis er ein rieſenhaftes Geſpenſt, bis er ſo ſchrecklich wird, daß die Vernunft ſich ſchaudernd von ihm abwendet und zum Wahnſinn ihre Zuflucht nimmt. Ihr ſollt nicht ſehen, wie ich gleich einem wilden Thiere umher gehe, Aller Feind, von Allen gefürchtet, bis ich zuletzt, wie ein Wolf oder Tiger gefangen und in


