Teil eines Werkes 
4r-6r Band (1851)
Entstehung
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wuͤrde. Je naͤher die Zeit kam, welche den Tod ſeines Opfers herbeifuͤhren ſollte, deſto ſchwerer und bitterer wurden ſeine Kaͤmpfe. Er kehrte unentſchloſſen nach Hauſe zuruͤck; er begleitete immer noch unentſchloſſen den Zug und blieb bis zum letzten Augenblick unent⸗ ſchloſſen, bis endlich die Reue die Scham beſiegte und er im kritiſchen Augenblicke vorwaͤrts ſtuͤrzte.

Die noch zur rechten Zeit eingetretene Reue Harpsfields that der Hinrichtung Einhalt. Die Rich⸗ ter entſchieden, nachdem ſie ſein Bekenntniß in geſetzli⸗ cher Form aufgenommen und ihr Orakel, den Paſtor, zu Rathe gezogen hatten, daß es, als mit der Ausſage der Alten uͤbereinſtimmend, zur Freiſprechung Miriams genuͤgend ſei.

Miriam wurde demnach ſchnell freigelaſſen. Sie hatte Harpsfields Erklaͤrung gehoͤrt, und waͤhrend der furchtbaren Pauſe der Ungewißheit mehr gelitten als zu der Zeit, wo ſie noch ganz ohne Hoffnung geweſen war. Auch Langley hatte dieſelbe Stimme aus ſeiner Betäu⸗ bung erweckt und ſein erſter Antrieb war es geweſen, auf Tobias zuzuſtuͤrzen und ihn zu zerreißen. Er wurde aber mit Gewalt durch die Gerichtsdiener zuruͤck⸗ gehalten und eilte, ſobald ihre Freiſprechung erfolgt war, auf den Karren zu, loͤſ'te den Knoten auf, nahm ſie in ſeine Arme und trug ſie nach Hauſe.

Hier wurden die erſten Augenblicke der Liebe und die folgenden frommer Dankbarkeit geweiht, und die naͤchſten Stunden verguͤteten faſt diejenigen, welche