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zuruͤckgekehrt war und ſich unter die Menge gemiſcht hatte, die Aufmerkſamkeit der ihn Umgebenden durch die Aufregung, welche er zeigte. In den Banden der Schuld und Furcht liegend, und auf der einen Seite vom Gewiſſen, auf der andern von der Scham geſta⸗ chelt, ſtand er in einem Zuſtande furchtbarer Unent⸗ ſchloſſenheit, keuchend und mit kaltem Schweiß bedeckt, da, und draͤngte ſich bald ploͤtzlich durch die vor ihm Stehenden, bald eben ſo ploͤtzlich wieder zuruͤck. End⸗ lich ſtuͤrzte er mit einer verzweifelten Anſteengung vor⸗ waͤrts und ſchrie laut:
„Halt, halt! ſie iſt unſchuldig! Bindet mich, haͤngt mich— denn ich allein bin der Schuldige. Sie iſt keine Hexe! Ich hatte das alte Weib verlockt, das unſchuldige Maͤdchen anzuklagen, und werde daher ihr Moͤrder ſein, wenn ſie umkommt. Gebt mir die Bi⸗ bel und laßt mich die Wahrheit deſſen, was ich ſage, bezeugen, und dann haͤngt mich, denn ich habe in der letzten Zeit zehn Mal Schlimmeres als den Tod er⸗ litten.“
Wenige Worte werden das Frſcheinen und Venahe men Harpsfields erklaͤren.
Wie wir im vorigen Kapitel erzählt, hatte er, ſo⸗ bald er fand, daß alle ſeine Anſtrengungen, Miriam aus dem von ihm ſelbſt gewobenen Netze zu befreien, vergeblich ſeien, die Anſiedelung in einem Geiſteszu⸗ ſtande verlaſſen, der fuͤr jeden Andern als einen ſo ge⸗ meinen unmenſchlichen Boͤſewicht Mitleid erweckt haben


