nicht erfuͤllen und gibſt doch vor, mich zu lieben. Du willſt die Schmerzen des Todes durch die letzte und bit⸗ terſte Qual erhöhen. Grauſamer Langley, das haͤtte ich von Dir nicht erwartet!“ Und jetzt weinte und ſeufzte ſie zum erſten Male laut.
Langley konnte dies nicht ertragen und antwortete:
„Beruhige Dich, Innigſtgeliebte! ich verſpreche Dir, meine Laſt zu ertragen, bis ſie mich erdruͤckt.“
Sie dankte ihm innig, und eine Zeit lang ver⸗ harrten Beide, in tiefe Gedanken verſunken, in Schwei⸗ gen. Endlich ſtand Langley ploͤtzlich auf und unter⸗ ſuchte das Fenſter ſo wie jeden Theil des Zimmers auf das Sorgfaltigſte.
„Es iſt unmoͤglich, auf alle Faͤlle iſt es jetzt zu ſpaͤt!“ ſagte er und nahm ſeinen Sitz wieder ein.
„Ich dachte,“ ſagte Miriam faſt heiter,„wie wenig Raum ich auf dieſer Welt einnehme und wie Wenige mich vermiſſen werden, wenn ich fort bin. Ich bin die Letzte eines Geſchlechts, das, wenn ich un⸗ ſerer Familien⸗Chronik Glauben ſchenken darf, acht⸗ hundert Jahre lang auf einer und derſelben Stelle exi⸗ ſtirt hat; ich werde hier in dieſem einſamen Winkel der Erde umkommen, ohne, außer Dir, von irgend Je⸗ mand vermißt zu werden— denn die arme, alte Mil⸗ dred hat mich verlaſſen, ſeit ich eine Hexe geworden bin — und das luͤgneriſche, thoͤrigte Brandmaal auf mei⸗ nem Namen wird bald in Vergeſſenheit begraben ſein.
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