Teil eines Werkes 
4r-6r Band (1851)
Entstehung
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Warum ſollte ich alſo den Tod fuͤrchten? Es wuͤrde mir vielleicht ſchwer werden, wenn er nicht das gemein⸗ ſchaftliche Loos aller Lebenden waͤre. Wir Alle folgen einander auf der gleichen Spur und holen einander bald ein; aber ich hatte etwas vergeſſen. Ich muß Dir eine Bitte vorlegen, Langley, die, daß Du, wenn Du nach Hauſe kommſt, Deine Mutter bitteſt, mich ihre Tochter Miriam zu nennen. Willſt Du das thun?

Ja, antwortete er mit ſchmerzerſtickter Stimme.

Jetzt forderte der Kerkermeiſter Langley zur Ent⸗ fernung auf; es war, als ob die Leichenglocke erſchallte, und Beide ſtanden ſchweigend und unbeweglich da. Endlich ſagte Miriam wie zu ſich ſelbſt:

Es muß ſein, und es muß ertragen werden!

Hierauf warf ſie ſich ihm noch einmal freiwillig in die Arme und ſagte ihm ihr letztes Lebewohl.

Nicht das letzte! ſprach er mit ſchwankender Stimme;ich werde in Deinen letzten Augenblicken bei Dir ſein; vielleicht gibt mir Dein Beiſpiel Muth zum Leben.

Du kannſt es nicht ertragen, mein theuerſter Langley.

Vielleicht wird mir das Herz brechen. Um ſo beſſer! Aber verſuche mir nicht abzureden, denn ſo wahr Gott lebt, werde ich bei Dir ſein. its

Der Kerkermeiſter wiederholte die Aufforderung,