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Kummers geglaͤttet haben wird, ohne Vorwurf und Reue erinnern kannſt. Es moͤge Dein Troſt ſein, daß Du mich nie von dem Pfade der Pflicht zu locken ge⸗ ſucht— nie Deine ſelbſtſuͤchtigen Wuͤnſche gegen meine ſchmerzliche Selbſtverleugnung aufgeſtellt und meinem Herzen willlentlich nie einen Schmerz zugefuͤgt haſt. Es wird alſo ſicherlich eine Zeit kommen, wo Du Dich der armen Miriam vielleicht mit Kummer erinnerſt, aber mit einem ſanften Kummer, der Dein Herz er⸗ weicht, aber nicht verzehrt und von aller Bitterkeit des Selbſtvorwurfes frei iſſ. O, wenn es mir ge⸗ ſtattet ſein wird, herabzublicken und Dich ſo zu ſehen, ſo wird ſich meine Seligkeit in den hoͤheren Regionen vermehren.“ AEI Miriam! Miriam!“ rief Langley, viſt dies die Art, womit Du mich mit Deinem Verluſte ausſoͤhnen moͤchteſt? Denkſt Du, daß ich Dich einen Tod der Schmach ſterben ſehen kann,— denn ein ſolcher wird es in den Augen aller Zuſchauer außer den meinen ſein?— Denkſt Du, daß ich Dich als unſchuldiges Opfer eines blinden, blutigen Aberglaubens leiden ſehen kann? Es iſt unmoͤglich, der Menſch kann es nicht ertragen. Ich wuͤrde wahnſinnig werden und gegen die ganze Menſchheit erbittert. Ich habe jedes Mittel verſucht, um Dein Schickſal abzuwenden, und will mit Dir ſterben!“ Beh „Du biſt alſo ein Feigling, Langley; das haͤtte ich nicht geglaubt. Du willſt meinen letzten Wunſch
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