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verzweifelten Lage Miriams, und fuͤhlte, wie die bleierne Laſt der Verzweiflung die Kraͤfte ſeines Koͤrpers wie ſeines Geiſtes zu laͤhmen begann.—
„Ach!“ dachte er,„es iſt keine Hoffnung fuͤr die Unſchuld mehr vorhanden, wenn ſich die Religion mit dem Geſetze zu ihrem Untergange verbindet, keine Hoff⸗ nung, keine Zuflucht!— doch halt!“« Ein ploͤtzlicher Gedanke draͤngte ſich ihm auf, er ſtuͤrzte aus dem Ge⸗ richtshofe und eilte nach dem Hauſe, wo er ſeine Woh⸗ nung aufgeſchlagen hatte. Dort lud er ſorgfaͤltig ſeine Piſtolen, ſteckte ſie in die Taſche und begab ſich nach Tobias Harpsfields Hauſe, an deſſen Thuͤr er heftig klopfte.
Eine Magd kam heraus und benachrichtigte ihn, daß Tobias nicht zu Hauſe ſei.
„Die letzte Stuͤtze iſt gebrochen! Nun, es mag ſo ſein, dann wollen wir wenigſtens zuſammen ſterben!“ murmelte Langley, als er ſeiner Wohnung zuſchwankte.
Von Tobias Harpsfields Schuld uͤberzeugt und eben ſo gewiß, daß nur ein niedertraͤchtiger Feigling ein ſolches Complott gegen ein armes, ſchutzloſes Maͤdchen ausgeheckt haben koͤnne, hatte er ſich entſchloſſen ge⸗ habt, ihn durch Furcht zu einem Geſtaͤndniſſe zu zwingen, welchem er bei den Richtern groͤßeres Gewicht zutraute als dem der Alten. Aber er war nicht zu fin⸗ den, und jetzt konnte nur ein ⸗Wunder ſeine Geliebte retten. 3 b3 Der Tag war uͤber dieſen nutzloſen Anſtrengungen


