Teil eines Werkes 
6. Band, Königsmarke oder Alte Zeiten in der neuen Welt : 2. Theil (1840) Alte Zeiten in der neuen Welt
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„So gewiß, als man Euch den langen Finnen nennt,“ antwortete der Soldat.„Hier kömmt der Kitz⸗ ler mit ſeiner neunſchwänzigen Katze; wenn Ihr auch ſo viele Leben hättet, als eine Katze, er würde ſie Euch alle herauspeitſchen, ich ſchwör' es Euch.“

„Dann ſei Gott mir gnädig!“

So rief der junge Mann, faßte raſch das Bajonnet, das der Soldat in ſeinem Gürtel ſtecken hatte und rich⸗ tete es auf ſeine Bruſt.

In dieſem Augenblick, und als eben ſein Blut die Spitze färbte, hörte er eine Stimme, die in ſeine Seele drang:

„Halte ein! Um des Himmels willen, halte ein! deine Ehre iſt gerettet!“

Im nächſten Augenblicke ſank Chriſtina in ſeine Arme, und ihre reine weiße Bruſt wurde von dem Blute deſſen befleckt, der ſie an ſein Herz drückte.

Als das blauäugige Mädchen das Blut ſah, bebte ſie in furchtbarer Verzweiflung zurück.

„Bin ich zu ſpät gekommen? Haſt du die That vollbracht? O gerechter Himmel— ein Augenblick konnte ihn und mich retten— und dieſer Augenblick wurde ver⸗ geudet!“

Königsmarke verſicherte ſie feierlich, daß er nicht verletzt ſei— daß ſein Arm in dem furchtbaren Augen⸗ blicke durch ihre Stimme zurückgehalten worden ſei.

„Und ſo liebſt du mich?“ ſagte Chriſtina,—„du konnteſt nicht ein wenig für mich dulden, die ich Alles für dich dulden wollte!“

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