Teil eines Werkes 
6. Band, Königsmarke oder Alte Zeiten in der neuen Welt : 2. Theil (1840) Alte Zeiten in der neuen Welt
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Gehe und bringe den jungen Mann mit dir hierher. Keinen Dank, es iſt kein Augenblick zu verlieren.“

Er führte nun Chriſtina an den Wagen, hob ſie und ihren Vater hinein, und befahl dem Kutſcher, in der größten Eile nach dem Gefängniß zu fahren.

„Wenige Minuten, nachdem ſie die Wohnung des Statthalters verlaſſen, ſchlug die Uhr zwölf und Chriſtina rief, als der letzte Schlag verklang, in bitterm Schmerze:

„Wir werden zu ſpät kommen. O, ich kenne ihn zu gut! Ich weiß, wenn er einmal den Blicken des Pö⸗ bels blosgeſtellt war, wenn die Peitſche einmal die gehei⸗ ligte Würde des Mannes geſchändet hat, wird es ſo gut ſein, als wenn er auf ewig für uns verloren wäre; er wird ſterben, oder er wird uns wenigſtens nie wieder ſehen!“

Wenige Minuten brachten ſie in das Fort, welches als Gefängniß für Staatsverbrecher diente; als ſie ſich der Halle näherten, ſahen ſie eine lebhafte Bewegung und viele Leute eilten herzu. Als ſie näher kamen, er⸗ blickten ſie eine ſchlanke Geſtalt, die mit einigen Solda⸗ ten kämpfte, welche im Begriff ſchienen, des Gefangenen Ueberrock abzuſtreifen, eine Maßregel, welcher er ſich aus allen Kräften widerſetzte.

„Pah! Pah!“ rief einer der Soldaten mit rauher Stimme,„der Widerſtand iſt hier vergeblich und Ihr mögt es immerhin ruhig geſchehen laſſen.“

„Iſt keine Hoffnung, daß man mich erſchießt?“ verſetzte der Gefangene verzweifelnd.„Muß ich wie ein Sclave mich peitſchen laſſen?“ 1 8