Der Irrthum, vor welchem ich ſie ernſtlich warnen will, beſteht in dem Verwechſeln geſchäftiger Dienſtfertigkeit und wahrer Liebe. Sie wiſſen wenig von dem Herzen des Mannes, wenn ihnen unbekannt iſt, daß der Mann, welcher ein Weib wahrhaft und innig liebt, und deſſen Abſichten uneigennützig ſind, eben ſo wenig vergeſſen wird, was er ſich ſchuldig iſt, als was er ſeiner Geliebten ſchuldig iſt. Er wird zu keines Weibes Sklaven herab ſinken, die er nicht beabſichtigt, wieder zu ſeiner Sklavin zu machen. Nur Glücksjäger werden die willigen Opfer der Launen und unterwerfen ſich jeder Art Demüthigung, welche der Scharfſinn flatterhafter Eitelkeit erfinden kann, in der Hoffnung, dieſe erniedrigende Knechtſchaft endlich durch den Beſitz— nicht der Geliebten, ſondern ihres Geldes vergolten zu ſehen. Man muß eingeſtehen, daß der Erfolg die Erwartung zu oft rechtfertigt. Sei dem, wie ihm wolle, noch vor dem Schluſſe dieſes wichtigen Abends bemerkte die Geſellſchaft offenbare Zeichen der Kälte zwiſchen den zwei Liebenden, und Gilfillan, welcher ſie mit dem ſcharfen Auge eines Weltmanns beachtete, verdoppelte ſeine Artigkeiten. Es iſt kaum nothwendig zu ſagen, daß unſere Heldin ſte mit verdoppelter Gefälligkeit hinnahm— denn, wie ich bemerkt habe— ſie war ein Weib; und welches Weib hat je verfehlt, die Vernach⸗ läſſigung ihres Geliebten mit reichen Zinſen zu vergelten, obgleich ſie vielleicht ſelbſt Urſache dazu gegeben? „Wenn ſie mich eiferſüchtig zu machen glaubt, irrt
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