— 80—
zu begehen, ausgenommen an Stutzern, und dies that ſie, ohne es zu wollen. Bei all dem war ſie ein Weib und konnte der Anſteckung des Hohnes und Spottes nicht widerſtehen, den es auf die ſchnupftabaksfarbenen Inex⸗ preſſibles des armen Sybrandt's regnete. Sie konnte
nicht glauben, daß die Zeit kommen würde, wo dies die
Modefarbe fuͤr Pantalons werden würde, in welcher moderne Stutzer und Zierlinge, zum Entzücken des Uni⸗ verſums, auf Bällen und in Geſellſchaften glänzen würden.
Da ſie alſo ein Weib war, verweilte ſie nicht bei der Unterſuchung, ob, an ſich betrachtet, die Schnupftabaks⸗ farbe nicht eben ſo achtbar ſei, als Blau oder Roth oder ſelbſt königliches Purpur. Sie betrachtete die Sache in dem Lichte der Mode, und da wurde ſie zu leicht befun⸗ den. Nun beſteht aber ein unauflösliches Band zwiſchen einem Menſchen und ſeinem Kleide. Wie das Kleid zuweilen durch den, welcher es trägt, gewinnt; ſo gewinnt Mancher durch ſein Kleid. Sie ſind nicht zu trennen; ſie
bilden ein Ganzes; und daher ſchreibt ſich die große Ver⸗
legenheit einiger neuern Metaphyſiker, welche den genauen Unterſchied zwiſchen einem Stutzer und ſeinem Kleide feſtſtellen und angeben ſollten. Durch dieſe geheimniß⸗ volle Gleichheit des Menſchen und ſeines Gewandes kam das Glück unſeres Helden ſeinem Schiffbruch faſt ganz nahe. Catalina verwechſelte den Spott, welcher ſein ſchnupftabaksfarbenes Kleid traf, mit dem Manne ſelbſt; und auch er wurde, für die wenigen Stunden, welche


