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Zehntes Kapitel.
Wie oft enthüllte die Farbe des Kleides das künftige Loos der Menſchen!
Unſere Heldin war ein Weib— ein entzückendes
Weib— aber doch nur ein Weib, und zumal vor dem
glücklichen Zeitalter der öffentlichen Fortbildung und der Vorſchritte des Geiſtes geboren. Ich habe nie gehört, daß ſie Franzöſiſch und Jealieniſch ſprach, obgleich ſie das Engliſche und Holländiſche redete und zwar mit einer Stimme von ſo überredender Muſik, ſolchem tiefen, unwiderſtehlichen Pathos, daß Gilfillan oft erklärte, es ſei gar nicht nothwendig, zu verſtehen, was ſie ſagte, um ſich zu jeglicher Sache überredet zu finden. Sie war aber
in der That hinter der jetzigen Zeit der Entwickelung
wunderbar zurück. Sie hatte nie in ihrem Leben einer Vorleſung über Genie beigewohnt— obgleich ſie ganz
ſicher wußte, was zu einem Pudding gehörte; in der glücklichen Kunſt, die Zeit mit Beſuchen und Umhertändeln
und Spazierfahrten zu tödten, eine Kunſt, welche von den
Damen dieſer frühreifen Zeit zur höchſten Vollendung
gebracht wurde, war ſie ganz unbewandert. In der That, ſie war viel zu gutmüthig, an irgend etwas einen Mord


