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Sie erzürnte ſich nie über ihn und lachte nur und that, was ſie wollte, wenn er unrecht hatte; oder, was noch klüger war, ſie überſah ſeine üble Laune und handelte eben, wie es ihr gefiel. Sie war eine Freundin von Vergnügungen, liebte eine reiche Toilette, Equipage und hatte beſonders große Neigung zu den Offizieren, welche zu des Statthalters Hofhaltung gehörten. Dieſe Herren, die nichts zu thun hatten und keine Neigung zeigten zu heirathen, wenn es ihnen nicht gut bezahlt wurde, wähl⸗ ten natürlich verheirathete Damen zu Gegenſtänden ihrer Anbetung, indem ſie den ſehr logiſchen Schluß zogen, es könne, was auch mit den Damen geſchehen möchte, von ihrer Seite zu keinem Bruche eines Heirathsverſprechens kommen, und daher auch keine Schande ſein, den Damen etwas zu Gefallen zu thun. Die Provinz⸗Ehemänner betreffend, ſo war von ihnen gar nicht die Rede.
Zu den hervorragendſten Schwaͤchen der Mrs. Aubi⸗ neau gehörte ein Gedanke, welcher zu jener Zeit bei engliſchen und amerikaniſchen Frauen zumal ſehr herr⸗ ſchend war. Es war dieß die unverhehlte und feſte Ueber⸗ zeugung, daß das ganze Weltall, im Vergleich mit dem alten England, ein Neſt von Barbaren ſei und daß der moraliſche wie der phyſiſche Unterſchied zwiſchen zweien, die dort und hier geboren, eben ſo groß ſei, wie der Raum zwiſchen den beiden Ländern. Sie gehörte zwar nicht zu den ſogenannten gelehrten Weibern, denn dieſe Sippſchaft war zu jener Zeit noch nicht als eine


