Portikus hatte man die Ausſicht auf das Haus des Ober⸗ ſten. Sybrandt ſah Catalina gehen und der Weg, welchen ſie einſchlug, ſo wie das flüſternde Bewußtſein ſeines Herzens ſagten ihm, wohin ſie ging. Er erblaßte und zitterte, wenn er der Begebniſſe der vergangenen Nacht gedachte. Ungeſtüm trieb es ihn fort— er ſchlug einen andern Weg ein und erreichte die Thaltiefe, entſchloſſen, ſich zu verbergen und über die Sicherheit Catalina's zu wachen. Er war vor ihr zur Stelle, ſuchte die Höhlung einer unermeßlichen Eiche auf, die an dem Rande des ſteilen Abgrunds ihre Zweige wiegte, und harrte der Dinge, die da kommen ſollten.
Kurze Zeit nach ihm erſchien auch Catalina und ſetzte ſich, wie wir oben bemerkt haben, in eine Vertiefung zwiſchen Felſen und Baumen, da, wo das ſprühende Becken am Fuße des Waſſerfalls die moosbedeckten Steine vor ihr benetzte. Es war etwas Rührendes und Schmerz⸗ liches in ihrer Stellung und ihrer Miene, wie ſie, das ſchöne Haupt auf ihre Hand gelehnt, auf den ſchäumen⸗ den Bach blickte, der ſich über die Felſen ſtürzte.
„Jetzt iſt der Augenblick, ihr alles zu ſagen, gekom⸗ men,“ dachte Sybrandt— und vergaß einen Augenblick des Zweckes, welcher ihn hierher geführt. Aber dieſes Vergeſſen war von kurzer Dauer. Mehr als eine halbe Stunde ſtand er unbeweglich, da glaubte er ein Paar Augen hinter dem dichten Epheu glühen zu ſehen, welches den hohen Felſenabhang hinten umgürtete. Er ſchloß ſich
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