— 257—
Am nächſten Tage bekam Catalina, welche die Gefahr nicht ahnte, von der ſie umgeben war, den Einfall, das kleine felſige Thal zu beſuchen, deſſen wir früher als eines Lieblingsplätzchens Sybrandt's gedacht haben und wohin er gewohnt war zu flüchten, wenn er die böſen Geiſter heraufbeſchwören wollte, deren Beute er ſo lange geweſen. In glücklicheren Zeiten hatten ſie es wohl oft mit ein⸗ ander beſucht und Catalina dachte ſeiner nicht, ohne ſich mancher glücklichen Stunden zu erinnern, welche ihr hier in unſchuldiger Freude hingeſchwunden waren. Sie wünſchte es noch einmal zu ſehen, ehe ſie die Gegend verließ; jenes ſchmerzlich⸗ſüße Gefühl, welches das Herz ſtets zu den Scenen unſerer entſchwundenen Freuden hinzieht, war ihr Führer und Begleiter. Der Morgen war eines der Lieblingskinder des Herbſtes. Die Anzei⸗ gen eines Sturmes, welche man den Abend vorher bemerkt hatte, waren verſchwunden und ein ſtiller, klarer Morgen, eine reine, elaſtiſche Luft gefolgt, die nie ver⸗ fehlt, angenehme Gefühle in dem Herzen zu erwecken, das ſich ihrer nicht für immer begeben hat.
Wie ſie ihren Weg verfolgte, ließ das Blaukehlchen ſein klagendes Lebewohl hören, ehe es davon eilte, um den Sommer in einem wärmeren Himmelsſtriche aufzu⸗ ſuchen; die Grashüpfer, aus der Erſtarrung der kalten Nacht erwachend, ſpielten und zirpten vergnügt umher, der Vergangenheit vergeſſend und um die Zukunft glück⸗ lich unbekümmert. Das Gras unter ihren Füßen begann
Paulding. III. 17
————


