welche deſſen Wachsthum und Gedeihen fuͤr immer unter⸗ graben? Das Wiſſen muß immer mit der natürlichen Ausbildung der menſchlichen Befähigungen jeder Art gleichen Schritt halten. Ueberſchreitet es die Kräfte des Geiſtes und iſt es für den Bereich unſerer Urtheilskraft zu groß, ſo wird der überladene Verſtand ein Laſtthier, welches Schätze trägt, von denen es keinen Gebrauch machen kann, und welche nur dazu dienen, die geſunde Kraft der Lebhaftigkeit der Natur niederzudrücken. Wenn ich einen kleinen Knaben, welcher ſich der Feiertagszeit der Natur erfreuen und ſeinen Körper für die Wechſel⸗ fälle des ſpäteren Lebens kräftigen und erſtarken ſollte, um ſein Glück beſtehlen, in die Schule ſchicken und da vier bis fünf Stunden auf eine Bank nageln ſehe, bemüht, Dinge auswendig zu lernen, die er nicht zu verſtehen im
tande iſt, kann ich nicht umhin, in ihm nur einen Sklaven, ein Opfer der Eitelkeit ſeiner Eltern und der Thorheit ſeines Lehrers zu erblicken. Ein ſolches Syſtem kann nur den Grund zu Krankheiten und früher Gebrech⸗ lichkeit legen, das phyſiſche und geiſtige Gedeihen hemmen und ein vorzeitiges Altern des Geiſtes und Körpers erzeugen.
Sybrandt hatte ſeine Baſe Catalina, ehe ſie in die Erziehungsanſtalt gebracht worden, nur ſelten, und ſeit dieſer Zeit noch ſeltener geſehen. Die junge Dame brachte zwar die Ferienzeit zu Haus hin; Sybrandt war aber zu ſehr in ſein 47 vertieft oder zu ſchüchtern, um viel


