Teil eines Werkes 
3. Band, Des Holländers Heerd : 1. Theil (1838)
Einzelbild herunterladen

— 33—

in ihrer Geſellſchaft zu ſein. War dies der Fall, ſo entſtand kein Zweifel, daß er alberner und verlegener als gewöhnlich war, ſo daß Catalina ihn kaum für mehr als einen ſchläfrigen Landtölpel nahm.

Der Jüngling hatte auf ihre Ankunft und ihr endliches Verweilen in der väterlichen Wohnung als auf ein für ihn ſehr wichtiges Begebniß hingeſehen. Es iſt wahr, er fühlte ſich in ſeinem Geiſte überzeugt, daß er es nie wagen würde, ihr voll in das Antlitz zu ſehen, oder ſich in ihrer Geſellſchaft behaglich und glücklich zu fühlen. Doch mußte ihr Aufenthalt in ſeiner Nähe einen neuen, reizenden Vorwurf für ſein einſames Sinnen und ſeine in ſich verſenkten Gefühle abgeben. Sie wurde die geiſtige Genoſſin ſeiner Spaziergänge, das glänzende Ideal ſeiner Träume und gab in jener Welt ſeiner Phantaſte, aus welcher er faſt allein all ſein Glück ſchöpfte, ſeinem Daſein neuen Schwung.

Er war ungemein geſpannt, ſie wieder zu ſehen, und bei ſeinen Beſuchen in dem Hauſe, ſo lange der Sturm dauerte und die Ankunft der jungen Dame nicht unmittelbar bevorſtand, ſehr pünktlich; ſobald aber der Patroon ſichtbar wurde, ſchwand ſein Muth und er eilte auf das Feld hinaus, um ſich dort eines ideellen Wiederſehens zu erfreuen, das er in der Wirklichkeit nicht zu beſtehen wagte. Er umarmte ſeine Baſe, küßte ihre Wange, hielt die artigſten, geiſtreichſten und gefühlvollſten Reden,

blickte mit den regen Augen der Bewunderung in ihr Paulding III. 23 3

*4

——