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ſchinenmäßig, denn ich konnte an nichts Anderes den⸗ ken, als eine einzige Sache: den Schmerz meines armen Bruders. Was mußte er fühlen, wenn wir uns nun wieder begegneten?...
„Es iſt fünf Uhr vorüber!“ ſagte die Tante zu mir.— Im ſelben Augenblicke ertönte von dem Thurm der Kirche von Thorney ein dumpfes Grab⸗ geläute, und als wir aus den Fenſtern blickten, ſah
ich auf der Landſtraße langſam eine ſchwarze Maſſe
ſich gegen uns heranbewegen. Einer von der Die⸗ nerſchaft trat ein und zündete die im Zimmer herum aufgeſtellten Kerzen an. Dann näherte er ſich dem Bette um ſich zu überzeugen, daß es im Stande ſeie, ſeine traurige Laſt aufzunehmen.
Wir ſtiegen die Treppe hinunter und warteten unter dem Portale. Die ganze Dienerſchaft war in Trauerkleidern dicht neben einander aufgeſtellt und ſprach leiſe über ihren jungen Gebieter. Er hatte ſich ſo ſehr bei Allen beliebt zu machen gewußt!— Draußen hielt eine Gruppe Männer, ſchweigend, harrend und trotz des Regens barhäuptig. Das Trauergeläute erſchütterte unſere Nerven, und die arme Muhme zitterte ſo ſtark, daß ich ſie wieder hinaufführen mußte. In dem Augenblick wo ich wieder herunter kam, hatte man ſo eben den Sarg unter dem Periſtyle niedergeſetzt. Mein Bruder war dabei und drückte mir die Hand, ohne den Blick von der eichenen Truhe abzuwenden, welche den Gegen⸗ ſtand all ſeiner Hoffnungen umſchloß. Er ließ ſich nicht von mir hinwegführen, ſondern wollte Schritt für Schritt dem Sarge folgen, welcher langſam die Treppe hinangetragen wurde. Die Träger ſtiegen


