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fangenheit und Schüchternheit bei Hugh vollkommen zu erklären aus der gründlichen Verſchiedenheit in der Erziehung, welche er und ſeine Frau empfangen hatten. So ſehr er auch im Uebrigen die meiſten Männer in demjenigen Geſellſchaftskreiſe überragte, worin er jetzt lebte, ſo hatten dieſe in Laura's Augen vor ihm den ungemeinen Vorzug jener vollkommenen Höflichkeit, jenes eleganten Firniſſes voraus, welchen ſich derjenige, deſſen Jugend beſtändig in harter Ar⸗ beit hingebracht wurde, niemals mehr anzueignen im Stande iſt. Hugh trug noch ganz das Gepräge ſeiner mühevollen arbeitſamen Vergangenheit; Laura dagegen blieb immer das, was ihre üppige reiche Jugend aus ihr gemacht hatte: ſie hatte ſich den natürlichen Stolz, die ariſtokratiſche Sorgloſigkeit, das weichliche Sich⸗ gehen⸗laſſen, die leichtfertige Genuß⸗ ſucht und die Gewohnheit bewahrt, das Vergnügen nur als den Hauptzweck des Lebens zu betrachten. Die Sachen gediehen ſoweit, daß Hugh an einem ſchönen Tage endlich gezwungen ward, von nothwen⸗ dig werdenden Einſchränkungen und von Sparſam⸗ keit zu ſprechen. Ich war dabei anweſend. Laura arrangirte in jenem Augenblicke gerade ſchöne exotiſche Pflanzen in einer Vaſe von chineſiſchem Porcellan.
„Je nun,“ meinte ſie,„man muß eben Thorney verkaufen!“
Thorney zu verkaufen erſchien ihr als eine ganz einfache, ſich von ſelbſt verſtehende Sache. Hugh bebte zuſammen und hielt inne, überraſcht und ver⸗ letzt zugleich. Er ſagte jedoch nichts darüber; allein einen Augenblick ſpäter, als er das Zimmer verließ und Laura ihn zurückrief um ihm zu empfehlen, er


