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Thorney-Hall : Geschichte einer alten Familie / von Holme Lee ; aus dem Englischen von Carl Müller
Entstehung
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biſſe, Zweifel und Aengſten mußte es ihr verurſachen, wenn ſie ſich beſchuldigen hörte, ſie habe ihn vorge⸗ zogen, verhätſchelt, vielleicht gar in ſein Verderben geſtürzt! Was war dies für ein Lohn für ihre Hin⸗ gebung ſonder gleichen, was für eine Anerkennung für die zahlloſen Opfer, welche ſie ſich ſelber aufer⸗ legt hatte! Und wenn ihr Gewiſſen an ſolche Vor⸗ würfe glaubte, welch nagender Wurm mußte dies erſt ihrem Herzen werden! Die Bosheit der Men⸗ ſchen hatte ſie wie dies überhaupt beinahe immer geſchieht an der empfindlichſten Stelle getroffen!

Mr. Nevil, welchen der Gedanke und Wunſch, Thorney⸗Hall zu beſitzen, noch nie verlaſſen hatte, war nicht wenig überraſcht, als er mitten unter ſei⸗ nen Lieblingsträumen eines Tags unverhofft einen Beſuch von Miß Griſſell erhielt, die an einem Fe⸗ bruarabend trotz Schnee und Nordſturm zu ihm her⸗ über kam. Sein Staunen wuchs aber noch, als ſie mit ihrer gewohnten Trockenheit und Beſtimmtheit ihrem Verwandten in die blumenreiche und geſchwätzige

Rede voll Artigkeiten fiel, ihm erklärte, ſie wolle

jetzt das Schloß verkaufen, und ihm rundweg die Frage ſtellte, ob er es noch kaufen wolle. Als man ihm ſo eng auf den Leib rückte, hätte Mr. Nevil gar zu gerne die Beweggründe zu dieſem plötzlichen Entſchluſſe kennen gelernt, ſich nach den Verhält⸗ niſſen der Verkäuferin erkundigt und daraus einigen Vortheil zu ziehen verſucht, um den Gegenſtand ſei⸗ ner ſteten Sehnſucht um Einiges wohlfeiler zu be⸗ zahlen; allein all die ſchlauen Fragen, womit er das Terrain zu ſondiren verſuchte, wurden von Miß Ran⸗ dal geſchickt und raſch umgangen, durch die Erklä⸗