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aber unſre Zeit iſt gewaltig fruchtbar an Menſchen, welche auf Koſten der Leichtglaͤubigkeit und des guten Zutrauens leben. Was iſt in der Wirklichkeit ein Gluͤcks⸗ ritter? Derienige, der das Gluͤck Andrer zu ſeinem Vortheil und Gebrauch benutzt. Die Fehler der Re⸗ gierungen erzeugen die Fehler der Einzelnen. Wenn ihr hoch ſteiget, und in den erhabenen Zonen die Ver⸗ kehrtheiten ſindet, die ich bezeichne, ſo werdet ihr ſie ins Unendliche vervielfacht antreffen, nach Maßgabe, wie ihr tiefer kommt. Inmitten der politiſchen Bege⸗ benheiten, deren Spielzeug wir geweſen ſind, iſt es ſchwer, genau zu wiſſen, auf welchem Wege Dieſer oder Jener, der uns beherrſcht, dahin gelangt iſt. Kann er nicht alle Schritte ſeiner Laufbahn eingeſtehen, ſo verfolgt ihn die Abneigung, und erreicht ihn auch. Den Menſchen, die ihm nachſtellen oder ihn demuͤthigen, verhaßt, ſucht er das Gefuͤhl, das er einfloͤßt, zu recht⸗ fertigen, und er kommt leicht zu ſeinem Zwecke. Stra⸗ ßenraͤuber wagt er nicht zu werden, weil die Geſetze gegen gewiſſe Verbrechen thaͤtig ſind; ſo ſchmuͤckt er die Schande, in die er ſich ſtuͤrzt, mit einem glaͤnzenden Firniß, und lebt friedlich unter uns. Der Gluͤcksritter iſt alſo ein feiger Raͤuber, der um ſo mehr zu fuͤrch⸗ ten iſt, da er, ſtatt zu ſchreien: Geld oder Blut! euch laͤchelnd pluͤndert, und ſich waͤhrend dem gar das An⸗ ſehen giebt, als beſchuͤtzte er euch. 4


