Teil eines Werkes 
6. Band (1832)
Entstehung
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gehe, weil man mich anderswo erwartet. Fliehen Sie nicht dieſe glaͤnzenden Vereine; glauben Sie mir, man kann ſich hier gefallen und ergoͤtzen. Die ſchoͤnſten Salons von Paris haben ihre Gluͤcksritter, welche dort nicht mehr, nicht minder angeſehen ſind, als die empfeh⸗ lenswertheſten Leute. Mehr als Zehntauſend dieſer Un⸗ beſonnenen leben groß in Paris, ohne irgend ein Ver⸗ moͤgen zu beſitzen. Sie haben Cabriolets, Pferde, Li⸗ vreebediente und Geliebten; woher ſollen ſie die Huͤlfs⸗ quellen ſchoͤpfen, mittelſt deren ſie einen Nang in der Geſellſchaft behaupten, wenn es nicht in den Hotels der Banquiers und Miniſter iſt? Unter ſich waͤre das Reſultat Null; inmitten der moraliſchen Welt aber arbeiten ſie mit mehr Sicherheit und Nutzen; ich habe mehr als funfzig bei einem großen, von Herrn Chateaubriand befohlenen Feſte geſehen, und wenn Sie morgen zu Rothſchild kommen, will ich Ihnen Zwan⸗ zig der Angeſehenſten zeigen. Adieu!

Ich hatte die letzten Worte des jungen Unverſchaͤm⸗ ten kaum gehoͤrt; er ging, indem er mir einen mitlei⸗ digen Blick zuwarf, und zwei oder drei Damen mit liebenswuͤrdigem Laͤcheln gruͤßte, welche ſein Lebewohl auf die huldreichſte Weiſe erwiederten.

Ohne Zweifel iſt das geſellige Laſter, das ich brand⸗ marken will, nicht uͤberall ſo im Ueberfluß verbreitet, wie in den Salons, welche ich mit euch durchſtreift;

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