Teil eines Werkes 
6. Band (1832)
Entstehung
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knuͤpfte den Faden wieder, und ſchrie von Neuem: Mitleidige Seelen, fuͤr den armen Blinden! wenn Sie die Guͤte haben wollen!

Der Tag war nicht recht ergiebig, und ijetzt ver⸗ folgt unſer Blinder an der Barriere du Trone die Vor⸗ uͤbergehenden mit ſeiner heiſern Stimme ein Gluͤcks⸗ ritter in Lumpen!

Aber wechſeln wir die Scene.*

Da ſind reiche Teppiche, Bronzen von Ravrio, Seide und Stickereien, Diamanten auf nackten Bruͤ⸗ ſten, rothe Baͤnder auf Kleidern von Staub oder Can⸗ der! Welche zierliche Cavaliere! welche Damen zum Raſendwerden! Hoͤrt zu. Demouſtiers haͤtte nicht beſſer ein Madrigal zu drehen gewußt, der Herzog von Ri⸗ chelieu waͤre nicht ſorgſam hoͤflicher geweſen. Iſt es eine einzige Familie? Man ſollte es glauben, nach der liebreichen Sprache, die ins Ohr faͤllt. Sind es Bruͤder, welche Bruͤder wiederſehen? Man ſollte es meinen, nach ihren ruͤhrenden Liebkoſungen. Welchen koͤſtlichen Abend werde ich verleben! Das Spiel, mehr um zu ſpielen, als zu gewinnen; den Tanz, mehr um zu tanzen, als eine Verfuͤhrung zu Stande zu bringen. O, ich liebe das Leben, und begreife jetzt das Gluͤck reicher Menſchen.

Alle Dienſtage verſammelt man ſich hier; ich werde alle Dienſtage einer der Erſten auf dem Platze ſein. Die Freude der Andern macht meine Freude; man