Teil eines Werkes 
6. Band (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

364

mindeſtens fuͤnf bis ſechs Meſſen gehoͤrt hat. Seine Mildthaͤtigkeit bringt ihm Etwas ein. Sobald ihm der Beutel vorgehalten wird, legt er recht ſichtlich ein klei⸗ nes Geldſtuͤck hinein und zieht ein groͤßeres heraus. Seine Finger haben Augen; er weiß am Gefuͤhl, wel⸗ ches er nehmen muß; in einer Sekunde hat er eine Portion ſeines Fruͤhſtuͤcks gewonnen; wenn Mittag ge⸗ ſchlagen hat, iſt er gewiß, fuͤr ein Billiges zu ſpeiſen, und der Heuchler antwortet mit einem wohlwollenden Blicke auf das: Gott vergelt' es! des Sakriſtans⸗ der an ihm voruͤber eilt. Jede Kirche ſieht periodiſch abwechſelnd den frommen Mann.

Iſt euch nun da nicht mein Moͤrder⸗Gluͤcksritter lieber?

Ich wiederhole es alſo nochmals: Alle Klaſſen der Geſellſchaft haben ihre Erfahrenen, welche die Wohl⸗ thaͤtigkeit in dem Herzen des Freigebigen zu Eis ver⸗ wandeln, welche Treu' und Glauben in denen toͤdten,

welche ſchon einmal von Schelmen und Betruͤgern he⸗

thoͤrt worden ſind.

Vor ein paar Jahren war ich Zeuge einer wirklich merkwuͤrdigen Scene. Ich erzaͤhle gern; hoͤrt nur zu, ich will euch das zu ſeiner Zeit vergelten. O ich kann auch zuhdren.

Faſt gegenuͤber dem Café des Variétés, dem ge⸗ woͤhnlichen Sammelplatz einer Menge Literaten, welche ſich hier des Morgens ihren Erfolg oder ihre Nieder⸗