Teil eines Werkes 
6. Band (1832)
Entstehung
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ſtrie hat. Die auf dieſen Erwerbszweig eingeuͤbten Ritter, fern davon, zu erroͤthen, erzaͤhlen des Abends unter ſich ihre Großthaten des Tages, und geſchickte Proteus, um den Geſetzen zu entgehen, variiren ſie ihre Uebungen ins Unendliche, wie jene gewandten Schauſpiel⸗Direktoren, welche, um die Neugierigen an⸗ zuziehen, Spaß und Moral, Drama und Poſſe bunt durch einander geben. Bei Jenen nimmt wenigſtens das Drama einen weitern Raum ein, und der Arm der Gerechtigkeit, lange ungewiß⸗ faͤllt endlich doch ſchwer auf die Elenden, die ihr getrotzt haben, waͤhrend ſie, ihrem Coder getreu, ſelbſt unter dem Riegel der Ge⸗ faͤngniſſe die Huͤlfsmittel vorbereiten, durch welche ſie ſpaͤter der Knotenpeitſche des Galeerenſklaven⸗Huͤters in Toulon oder Rochefort entgehen wollen. Zwiſchen dem Gluͤcksritter und Raͤuber iſt gerade derſelbe Unter⸗ ſchied, wie zwiſchen dem Gefaͤngniß Bicetre und dem Kerker zu Breſt. Von einem zum andern iſt ein Schritt, eine Minute, ein Blick, ein Wunſch⸗

Ich kam eine Nacht ſehr ſpaͤt aus dem Obſerva⸗ torium. Faſt gegenuͤber der niedrigen glatten Mauer, wo der Marſchall Ney eine momentane Verirrung und fuͤnf und zwanzigjaͤhrigen Ruhm erloͤſchen ſah, trat ein ziemlich gut gekleideter Menſch hinter einem Baume hervor, und ſprach mit ungewiſſer Stimme: Mein Herr, eine Kleinigkeit, bitte ich!

Ich verdoppelte meinen Schritt.