Teil eines Werkes 
6. Band (1832)
Entstehung
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den feinen Spitzen hervorquoll, welche ſie ſchmuͤckten? Wie liebte ich meine Mutter? Ich fuͤhle mich auf den Knieen vor ihrem Angedenken. Welche Folge und Verbindung in einander ſchmelzender Ideen hat nur ſeitdem ihr Bild in dieſe Scene der Schwalben und des Gewitters eingefuͤgt? Mich uͤberlaͤuft es kalt und Du, Schweſter? vorzuͤglich, wenn ich an den Vater denke, der ſie mit ſo tiefer ernſtlicher Leidenſchaft liebte! Und wieder an das Neſt, wo das verlaſſene Maͤnnchen ſich ploͤtzlich einem ſo wahnſinnigen Schmerz uͤberließ, daß es, nachdem es mit regelloſem Fluge in unheimlich drohendem Schweigen mehrere Kreiſe be⸗ ſchrieben, ſich in das Neſt auf ſeine armen Jungen ſtuͤrzte und ſie mit unerbittlich zerfleiſchendem Schnabel packte. Hierauf viermal gen Himmel ſteigend, als wollte es ihren Fall ſicherer und toͤdtender machen, ſtuͤrzte es die Neugebornen von der ganzen Hoͤhe ſeines Auf⸗ ſchwungs auf das Pflaſter unſers Hofes, wo ſie alle zu

meiner Verzweiflung zerſchmettert wurden. Und ihr

Alle, ihr fingt an zu ſchreien, und lieft hinzu, als ob ihr etwas dabei thun koͤnntet. Die zaͤrtliche Mutter ruͤhrte ſich nicht, und das triumphirende Maͤnnchen ſtieg, ſtraͤubend und an allen Federn ſchaudernd, zu

empor, die vor Entſetzen ſtarr ſaß, aber ploͤtzli nuͤ⸗ thend in die dunkle, blitzdurchzuckte Luft fuhr ihn mit wunderbarer Schnelligkeit verfolgte, inden ie mit ſeinem ſchrecklichen Siegesgeſchrei ihre muͤtterlichen