351 hungen! Und indem er ſie mit verzweifelndem Auge anſtierte, ſchien ſich die Wuth ſeiner zu bemeiſtern und ſeine Fluͤgel wie ſeinen ganzen Koͤrper zu erſchuͤttern, den er muͤhſam auf dem Rande des verlaſſenen Neſtes erhielt; er riß ſich Federn aus der Bruſt, welche lange im Hofe umher wirbelten, dann ſtieß er ein Geſchrei voll unbeſchreiblichen Weh's aus, das eine ſolche Angſt unter ſeinen Kindern zu verbreiten ſchien, daß ſie eben⸗ falls, blind, wie ſie noch waren, zu ſchreien anfingen, und ſich bewegten, als wollten ſie ſich vor einer gro⸗ ßen Gefahr retten, die ſie nur ahnten. Ihre Mutter, unbeweglich und theilnahmlos,— mein Gott! erinnere Dich doch deſſen, Schweſter!— betrachtete kalt dies er⸗ greifende Treiben, und blieb fern, ihre Fluͤgel dicht an den Leib geklemmt, den ſie unter ſich zuſammen⸗ draͤngte, als wollte ſie feſten Fuß auf den Schiefer⸗ ſteinen faſſen, die von ſchweren Regentropfen ſchon ſchluͤpfrig geworden waren. Alle unſre Koͤpfe waren
aufwaͤrts gekehrt, unſre Blicke hafteten begierig auf
dieſer unerwarteten Scene, und mein Vater, aufmerk⸗ ſam, ernſter als gewoͤhnlich, ſagte von Zeit zu Zeit: Seltſam! Traurig! Sonderbar! Siehſt Du, Frau? fuhr er fort, indem er zu meiner Mutter aufſah, welche ihre Haͤnde in troſtloſer Verwunderung faltete. War es das Gewitter, daß ſie ſo bleich und truͤb' ausſah, die ſonſt ſo ſchoͤn, ſo herrlich war, ſo roſig, Schweſter, unter dem Walde blonder Haare, deren Fuͤlle oft unter
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