Teil eines Werkes 
6. Band (1832)
Entstehung
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Couſin fand auf ſeinem Kopfkiſſen keine roſenfarbenen Traͤume. Aber er liebte noch. Und am folgenden Morgen war ſie vor ihrem Pianoforte ſo reizend, in der Purpurſchuͤrze auf dem ſchneeigen Kleide! O ihr Fraͤulein von Paris! wie ſeid ihr huͤbſch! Morgens wie Abends, und Abends wie Morgens!

Sechstes Kapitel.

Um ſich vom Ball zu erholen, ging man des Abends ins Theater. Die Vergnuͤgungen folgten ſich in progreſſiver Ordnung. Gut! dachte der Vetter, bis hierher habe ich von meiner ſchoͤnen Couſine nur die Grazie, das Talent und den etwas koketten Geiſt ge⸗ ſehen. Die Eigenſchaften der Seele ſind das Weſent⸗ liche. Das Schauſpiel, hat man mir auf dem Collegio geſagt, iſt die Schule der Sitten und der Spiegel des Herzens. Wir werden ein Drama ſehen! O Gott, gieb doch dieſen Abend, daß das reizende Geſicht mei⸗ ner lebhaften Couſine der Spiegel ihrer Seele ſei!

Der Abend kam, man ſpeiſte kaum, die Ungeduld brach ſchon lange auf Amanda's Stirn aus. Sie betet das Schauſpiel an. Die Stunde ſchlaͤgt. Gehen wir, Mama! Man huͤllt ſich ein, wirft Shawls in den Wagen und fiiegt von dannen. Thaliens Tempel iſt erreicht, der letzte Bogenſtrich laͤßt den Vorhang