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Andern Tages zeigte das Fraͤulein alle ſeine Ta⸗ lente. Keine Grasmuͤcke hat leichter gezwitſchert, keine Nachtigall prachtvoller gefloͤtet, als Amanda. Es war der Zephyr ſelbſt, der mit ihren Fingern uͤber die elfen⸗ beinernen Taſten ſchwebte. Noblet und Taglioni haben weniger Anmuth in ihren Spruͤngen, weniger Wolluſt in ihren Pas.— Kein kraͤftiger Crayon, kein zarter Pinſel, geſchicktern und weiſern Haͤnden gehorſam, hat die Geheimniſſe der Natur beſſer aufzufaſſen und dem Velinpapier anzuvertrauen gewußt. Es gab gleichwohl einige von dieſen Geheimniſſen der Natur, welche der ſittſame Couſin beſſer unter einem keuſchen Schleier, als unter den Augen eines Maͤdchens an ihrem Orte ge⸗ funden haͤtte.— Aber man ſagte ihm, daß man in Paris gar nicht darauf achte, daß es Gegenſtaͤnde der Kunſt, Sachen des Studiums ſeien, die alle Welt ſaͤhe — Gewohnheit iſt Geſetz; moͤgen die Kunſtgegenſtaͤnde, die Sachen des Studiums ſein: der Vetter blieb in der Trunkenheit.
Vom Codetr des Hausweſens war dieſen Tag nicht die Rede.
Den folgenden Tag lockte das Wetter ins Hoͤlzchen.
Man rollte im offenen Wagen dahin. Gaze und Barege, vom Winde und der Fahrt um Amanda's Stirn aufgeſchwellt, bildeten ihr, wie der Guͤrtel der Iris, eine purpurſilberne Glorie. Das junge Maͤdchen war eine Goͤttin.


