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ich ihn ablegen. Wir werden die heiligen Bibliotheken wieder oͤffnen, wir werden die Wiſſenſchaft, die Sklavin in Europa, zu uns berufen. Aus Deutſchland, Italien
und Spanien werden wir ſie rufen; die Kanzeln er⸗
droͤhnen, das Arabiſch der Kalifen, Plato's Griechiſch und des Tacitus Latein laͤuft durch Alexandria's Stra⸗ ßen. Das Licht kommt wieder vom Oſten, die Pro⸗ phezeihung wird wahr.“
Und ich habe ihn voll dieſer wunderlichen Ideen und Eroberungsplaͤne halb nackt zu Pferde am Meeres⸗ ufer uͤber den Sand jagen ſehen, wie er mit ſeiner ſtarken Stimme alle die Voͤlkerſchaften rief, welche den Nil und die Wuͤſte begrenzend in Staffeln zu den aͤthio⸗ piſchen Gebirgen hinauf wohnen, wie er die Hand in die Winde hinausſtreckte, als ſchwaͤnge ſie den gekruͤmm⸗ ten Saͤbel, wie er fort und fort auf arabiſch ſchrie: „Heran! Voͤlker, Voͤlker hier Kebir's Sohn!“
Dann hielt er ploͤtzlich inne und das ſanfte ſtehende Laͤcheln trat wieder hervor, waͤhrend der Obertheil ſei⸗ nes Geſichts die tiefſte Unbeweglichkeit feſthielt. All⸗ maͤhlig erloſch die freudige Farbe und ging in der Traurigkeit unter, welche von der Stirn herniederſtieg, und es war wiederum Napolcons unſterblicher Schmerz, ſo bewundernswerth auf dem Bilde der Schlacht von Eylau dargeſtellt.
Zu einer Zeit, wo kleinbuͤrgerliche Eitelkeit die Lieblingsſtellung des Kaiſers noch nicht entehrt hatte,


