Quentin*), an der Somme“, und ließ ihn dann in eine andere bringen, welche Chateau⸗Thierry hieß. Dieſe Feſtung an der Somme war die, in welcher Ihr jetzt mich ſelbſt neun Jahrhunderte ſpaͤter ſeht, mich, den Miniſter eines andern, ebenfalls beraubten Koͤ⸗ nigs Karl.
Auch ein Graf von Orford, ein treuer und muthi⸗ ger Diener des Hauſes Lancaſtre, iſt eilf Jahre im Schloſſe Ham eingeſperrt geweſen, und zuletzt nebſt dem Gouverneuer deſſelben, Walter Blouet, den zu verfuͤhren ihm gelungen war, daraus entwiſcht. Dieſer brave Graf von Orford war derſelbe, der an den furchtbaren Tage von Barnet ſo tapfer fuͤr Heinrich und Margarethe ſtritt und gewiß die Schlacht gewon⸗ nen haͤtte, wenn ſie nicht durch einen ungluͤckſeligen Mißgriff des Grafen von Warwick verloren gegangen waͤre. Das Schloß aber, wo er fuͤr ſeine Treue ſo ſchwer buͤßte, war nicht, wie man geglaubt hat, das an dem Ufer der Somme. Der Geſchichtſchreiber hat ſich getrogen.
Eine Volksſage hier iſt 8, daß ein ungluͤcklicher Kapuziner, deſſen Verbrechen ſtets unbekannt geblieben, hier lange Jahre in einem engen Loche in dem Thurme gelebt habe und im Geruche der Heiligkeit geſtorben ſey. Man betete an dem Steine, der dem armen
²) Frodoart's Chronik, Jahr 923.


