Teil eines Werkes 
5. Band (1832)
Entstehung
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er in ſeinen letzten Lebenstagen ſein Teſtament machte, er Ludwig XI. ſelbſt, obgleich dieſer anweſend war, zu ſeinem Erben einſetzte; ein geiziger, grauſamer, unver⸗ ſoͤhnlicher Fuͤrſt, der es doch ein Mal hedauerte, nicht verziehen zu haben*); der ein ſchlechter Sohn war und ein ſchlechter Vater; der ſich durch den Tod von Agnes an der Oberherrſchaft raͤchte, die derſelben ihre Schoͤnheit uͤber ihn gab, und das noch unbewieſene Verbrechen von Nemours durch einen furchtbaren Tod beſtrafte; Koͤnig ſeinem Volke und ſeinem Jahrhunderte gemaͤß; geſchickter noch bei Widerwaͤrtigkeiten als im Gluͤck; der eine Menge Fallen ſtellte, dem man ſte aber auch ſelbſt wieder legte; der ſich nur zu Peronne taͤuſchte, der den Einfaͤllen der Englaͤnder Einhalt that, die Provence erwarb, Burgund wieder erlangte, Anjon und Maine anſchloß, Guyenne und die Nor⸗ mandie in ſeine Haͤnde bekam und die Verbindung mit der Bretagne vorbereitete, welche ſeine Nachfolger be⸗ endigten; groß durch ſeine großen Thaten, ſtrafbar durch die ſtrafbaren Mittel, die er dazu anwen⸗ dete.

Dieſem fuͤgte er noch Erzuaͤhlungen anderer Art hinzu. Vadé iſt hier geboren ſagte er, dieſer freiſinnige, anmuthige Saͤnger; er ward zu einer Zeit beruͤhmt, wo der Geſang uͤberhaupt nur heiter und

*) Philippe de Comines, Buch VI. Kap. 12.