Teil eines Werkes 
5. Band (1832)
Entstehung
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gend, von den Leiden Frankreichs nur dieienigen ver⸗ geſſend, die ihn ſelbſt betroffen hatten. Bloß uͤber ſeine Kammer hatte er die naive und myſteridſe Deviſe Phi⸗ lipp's des Kuͤhnen eingegraben:Mir waͤhrt vieles zu lange.

Eins doch war bemerkenswerth an dem Schloſſe, naͤmlich der oͤſtliche Thurm, der den Namen des Con⸗

netable behalten hat. Es war eine ſchwere und un⸗

foͤrmliche Steinmaſſe, hundert Fuß hoch und hundert Fuß ebenfalls im Durchſchnitt, mit Mauern von zwei und dreißig Fuß Dicke. Drei Stockwerke, die in dem Grunde aufgewoͤlbten Gefaͤngniſſe nicht mitgerechnet, theilten innerlich dieſes ungeſtaltete Bauwerk ab, aber Alles unbearbeitet, ohne eine Spur von Kunſt oder Ge⸗ ſchmack. Nur der Eingang hatte einige Verzierungen und eine Inſchrift: in einander verſchlungene Seile, von denen zwei Eicheln, wie auf den Wappen der Bi⸗ ſchoͤfe herabhingen, und daruͤber die beiden Worte: Mein Beſtes, eitler Ausdruck eines Vertrauens, das das Gluͤck trog.

Unter der ehemaligen Monarchie diente dieſes Schloß

lange Zeit zum Staats⸗Gefaͤngniſſe. Ludwig XVI., der

die Staats⸗Gefaͤngniſſe eingehen ließ, aͤnderte deſſen Beſtimmung ab, aber waͤhrend der Republik gab man ſie ihm wieder. Ludwig XVIII. nahm ſie ihm von neuem, als er den Thron beſtieg.*) Als Karl X. von

*) Ordonnanz vom Mai 1814.