39² Weide uns mit Deinem Stabe, Sei ein Pharus, uns zu funkeln,
Sei ein Schwan, wo Wogen dunkeln, Sei ein Engel an dem Grabe.
Ohne Schaͤtze, ohne Prangen, Fern von dem, was vorher Dein, Weih' Dein Haupt dem Ungluͤckslooſe Als der Tugend Heil'genſchein. Die Seele, die der Welt entzogen, Vom Pflug des Ungluͤcks umgebogen, Neift fuͤr Himmels⸗Ernten beſſer: Daß die Traube ſuͤßer duͤfte In die wuͤrzig ſanften Luͤfte Muß verletzen ſie das Meſſer.
In Zeiten leben wir, wo unentſchieden Und ſchwankend in zwei Lager ſich die Menſchheit,
Die altgewordne, theilt. Die Einen, ohne
Das Flammenwort zu hoͤren, kaͤmpfen ſo
Wie Jakob gegen Gottes Geiſt, im All
Und ſeinem ſtrahlenvollen Raͤthſel nur
Ein großes ew'ges Ganze ſehend, das
Sich ſelbſt genuͤgt. Ein Werk ohn' einen Werkmann,„ Gedicht ohn' einen Dichter, wo man Gott Gleich einem Luggeſpenſt veriagen muß. Voll duͤſtrer Zweifel wagen ſie zu leugnen


