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Beweint, ſieht die verlaſſene Kathedrale,
Wenn Chorgeſang ertoͤnt, Dich nicht mehr unter Den gothiſchen Arkaden wandeln; es
Verſchwand der Prieſter, damit nicht das Eiſen Des Mords die heiligen Gefaͤße fuͤlle
Mit ſeinem Blut; Du trittſt nicht mehr in das Verlaſſ'ne Schiff. Verbannet aus dem Hauſe, Das Gott Dir gab, verbirgt, auf ſeinen Truͤmmern Des Abends Deine Kniee beugend, gleich
Der Vorſehung unſichtbar doch fuͤr uns,
Sich Deine Froͤmmigkeit der Welt, und ſelbſt Dein Bildniß ſucht jetzt unſre Huldigung Vergebens. Kaum wagt noch etwa ein Weib Im duͤſtern Kleide es, die Stirn verhuͤllt, Verſtohlen auf den Knien, den erſten Hirten
Der Kirche Frankreichs anzuflehn um eine
Der heil'gen Hoffnungen, doch zitternd, daß Man ſie belauſche, und in ihrem Buſen
Gleich frommem Naube Deine Segnung bergend.
Blicke nicht zuruͤck, Du Edler,
Auf den Weg voll Ungemach.
Des Gebetes Schwert beſtreite,
Was die Suͤnde hier verbrach. Die heil'ge Lampe ward zerbrochen! O Du, der Troſt uns zugeſprochen,


