390 Aus Deinem Dunkel treten, wohin Dich, Zum heiligen Aſyle, Dein Gebet In naͤherer Betrachtung Gottes bannte. Bereit, bei edlen Faͤhrlichkeiten ſtets Zum Opfer ſelbſt Dich darzubringen, wirſt
Du, wo es Sterben gilt, Dir Deinen Rang
Nicht nehmen laſſen; wirſt, die Feinde Aufſuchend, und geneigt zu ihrem Lager
Und in Dich ziehend Tod im Hauch des Mundes, Nur ihrer Grauſamkeit Dich noch erinnern,
Um lauter zu dem Gott des Heils zu fleh'n; Wirſt rufen: Herr! vergieb Du ihnen auch! Dann wirſt Du mit dem Blut von Golgatha Auch Deine Thraͤnen miſchen, wirſt fuͤr ſie, Begeiſtert Durch Dein Herz, die Worte finden, Die einſt der Schwan von Cambray ſprach, und, ſich Der ew'gen Klarheit oͤffnend, um, gekettet
An Deine Fluͤgel, ſich zum Himmel zu erheben, Wird ihre Seele in dem Augenblicke
Des fuͤrchterlichen Lebewohls nur Dich
Noch haben, der vor Gottes Richterſtuhle
Sie dort vertheidige, und ſo hinauf
Zum Gottes⸗Anſchaun zitternd ſchweben, nur Beſchirmt von der Verzeihung ihres Opfers.
Weh! Noch willſt ihre blinde Wuth Du flieh'n? Der Wittwe gleich in Trauer, die den Gatten
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