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eigenſinnigſten Schnörkeleien darbietet; uͤberdies mit ho⸗ hen Verſtorbenen bevoͤlkert, die ſich unter dieſen Stei⸗ nen, denen der Volkszorn die Gebeine Concini's wieder entriſſen hatte, in Sicherheit glaubten. Nun denn! eine Nacht der Verwuͤſtung iſt uͤber dieſe alte Baſilika da⸗ hingegangen, und es ſind nur noch die Mauern von ihr ſtehen geblieben. Die Normannen unſrer Zeit beſorgen ihre Geſchaͤfte ſchnell: zwiſchen zwei Appels der Natio⸗ nalgarde machen ſie einen Tempel ſo kahl, wie ihn die Verwuͤſtungen mehrerer Jahrhunderte oder die fanatiſche Invaſion eines fremden Glaubens nicht wuͤrden machen können. Das iſt viel ſchlimmer, wie es mir ſcheint, als die Kirchen in Moſcheen umzuwandeln; denn bei einer Veraͤnderung des Kultus bleibt doch noch das religioͤſe Gefuͤhl beſtehen, und beſchaͤftigt ſich ſogleich mit der materiellen Wiederherſtellung. Was kann man aber heut zu Tage mit einem zum Beten beſtimmten Orte anfan⸗ gen, als ihn zerſtoͤren? Die Religion des Propheten hat die heilige Sophienkirche dem Andenken der Chriſten er⸗ halten. Bei uns hat ſich keine Ketzerei, kein Schisma, kein Aberglaube gefunden, der ſich der Kirche Saint Germain haͤtte bemaͤchtigen wollen. Die Gotter fehlen, um die Altaͤre zu fuͤllen. In Ermangelung eines beſ⸗ ſern hat man in dieſer das Bild einer Mairie aufge⸗
ſtellt; eine kleine Gipsbuͤſte hat das herabgeworfene
Kreuz erſetzt, und man hat die Einſamkeit unter den Schutz der buͤrgerlichen Behoͤrde geſtellt. Warum ſchik⸗ 16*e


