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ken Sie uns nicht Ihren armen Muſelmann her, der Nichts mehr damit verdienen kann, ſeine Saͤule ſehen zu laſſen? Ich wollte ihm fuͤr eine gute Einnahme ſtehen, wenn er von der Municipalitaͤt den Schluͤſſel zu der Kirche Saint⸗Germain l'Auxerrois erhalten koͤnnte. Auch wuͤrde er ſich wegen ſolchen Gewinns kein Gewiſſen zu machen haben; er haͤtte ja nur eine Ruine des chriſtli⸗ chen Cultus zu zeigen.
Sie ſchreiben von Revolutionen, von zerſtoͤrten Kai⸗ ſerreichen, von untergehenden Religionen, von neuen Cultusarten, die ſich bilden, und ſuchen ein Vergnuͤ⸗ gen darin, auf dem an großen Ereigniſſen dieſer Art ergiebigſten Schauplatze die Truͤmmer aufzuſuchen, welche dieſe zuruͤckgelaſſen haben. Waͤre es aber wahr, daß wir am Ziele unſers Glaubens waͤren, daß wir Al⸗ les erſchoͤpft haͤtten, was die menſchlichen Geſellſchaften aufregen kann, daß wir nur noch Launen von Haß oder Liebe, Phantaſieen von Ordnung oder Freiheit beſaͤßen, ohne Gluth, ohne Folgen, ohne Beharren, unzuſammen⸗ haͤngende Bewegungen, widerſpaͤnſtiges ſich Fortreißen⸗ laſſen ohne Anhaͤnglichkeit, ohne Glauben, ohne irgend einen Glauben, welcher es auch ſei, d. h. eines ſolchen, der Kraft und Willen verleiht: waͤre denn das dann nicht der Anfang eines Abſterbens, das eben ſo todbrin⸗ gend ſein muͤßte, wie das, unter welchem das griechiſche Kaiſerreich ſich ſo viele Jahrhunderte lang abarbeitete? Trauriger allerdings in der Wirkung, weil die Grund⸗


