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Harem eines Sultans in dem innern Winkel ekblickt, wo ſonſt der Clerus der heiligen Sophia heimiſch war. Da, wo ſich der prachtvolle Pallaſt Konſtantins, das Bu⸗ coleon, die Blaquernen erhuben, wuͤrde der Geſchicht⸗ ſchreiber des zweiten Kreuzzuges nur Huͤtten, hoͤlzerne Haͤuſer und einige große Wohnungen ſchauen, welche die Tuͤrken Seſai oder Konak nennen, und deren kahle Waͤnde, vergitterte Fenſter und einſame Hoͤfe beim er⸗ ſten Anblicke das Aeußere eines Kloſters oder Gefaͤng⸗ niſſes darbieten. Zur Zeit der Kreuzzuͤge ſah man noch nicht jene Cypreſſenhaine, welche die Muſelmaͤnner den Graͤbern gewidmet haben, und die innerhalb und außer⸗
halb der Stadt uͤberall die Begraͤbniſſe der Todten uͤber⸗
ſchatten. Auch kannten die Griechen der damaligen Zeit eben ſo wenig jene reichen Bazars, welche eine der Hauptzierden der gegenwaͤrtigen Stadt ſind. Der ſchoͤne Huͤgel von Pera, der uns jetzt wie eine andere Stadt angehoͤrt, war im Mittelalter mit Feigen⸗ und Wein⸗ gaͤrten bedeckt. Die breiten Graͤben der Stadt, durch einen langen Frieden geſchirmt, waren Gaͤrten, in welchen alle Arten von Pflanzen und Gemuͤſen wuch⸗ ſen, und in denen die Kaiſer wilde Thiere unter⸗ hielten. Die Hauptſtadt der Osmanlis bietet nicht mehr iene ſonderbaren Bauwerke dar, welche gewiſſe Gaſſen mit einem duͤſtern Gewoͤlbe bedeckten, und ſie in unter⸗ irdiſche Gallerien umwandelten. Nicht mehr findet man in Stambul weder jene Pracht der Großen, noch jene


