Teil eines Werkes 
4. Band (1832)
Entstehung
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Derjenigen, welche Dir ſich naheten, waren nur we⸗ nige; ihre Stimmen gingen verloren.

Ich ſage Dir nicht, daß Du nicht ſterben wirſt; denn was weiß ich's? Noch weniger ſage ich Dir, daß man nicht das Recht hat, Dir den Tod zuzuerkennen; denn was hilft dem das Recht, der die Gewalt nicht hat? Die Revolutionen, welche das Volk macht, ſind volksgemaͤß; und das Volk verſteht dieſe Spitzfindigkeiten nicht. Wie kannſt Du begehren, daß, wenn Gott dem Menſchen die traurige Faͤhigkeit gelaſſen hat, andere Menſchen zu toͤdten, das Volk daran denken ſolle, zu unterſuchen, ob er ihm nicht das Recht dazu unterſagt hat? Es fuͤhlt, daß es kann, und dies iſt ihm genug.

Ach, mein Sohn, fuhr er fort, der Tod iſt der trau⸗ rige und ſtete Verbuͤndete des Lebens; er unterhaͤlt und beſchuͤtzt das Leben des Menſchen und das Leben der Geſellſchaften. Er iſt ein Beduͤrfniß, er iſt ein Recht. Demuͤthigen wir uns und beten wir Gottes Rath⸗ ſchlaͤge an.

Was Du am meiſten zu fuͤrchten haſt, das iſt die Hoffnung. Indem ſie dem Herzen ſchmeichelt, verweich⸗ licht ſie es. Betrachte vielmehr feſt jenen ſchrecklichen Augenblick. Du mußt doch endlich einmal dahin ge⸗ langen. Iſt man dabei, was verſchlaͤgt's dann, obs fruͤ⸗ her oder ſpaͤter war? In Niemandes Macht ſteht es,