Du in Gefahr? Mache Dich mit der Gefahr vertraut, damit Du nicht an dem Tage, wo ſie zur Wirklichkeit wird, ſchwach erfunden werdeſt. Waffne Dich mit Kraft gegen das ungluͤcklichſte Schickſal. Trifft es Dich min⸗ der hart, um ſo beſſer und um ſo leichter wirſt Du es ertragen. 1
Meine Neugier war lebhaft erregt. Ich unterbrach ihn.— Dein Name? fragte ich ihn.— Was verſchlaͤgt er Dir?— Dein Schickſal?— Zu Nichts wuͤrde es dienen, es zu ſagen... Mein Schickſal, fuhr er zoͤgernd fort, iſt von dem Deinen minder verſchieden, als Du glaubſt. Ich vertrat das Volk bei dem allmaͤchtigen Koͤnigthume. Das Koͤnigthum hielt mich fuͤr einen Feind. Du vertratſt bei dem maͤchtig gewordenen Volke das ſchwache und bedrohte Koͤnigthum, und das Volk hielt Dich nun ſeinerſeits fuͤr einen Feind. Laß uns Beide dieſen Irrthum verzeihen. So grob er auch ſein mochte, er war natuͤrlich und unvermeidlich.
Iſt das Volk Koͤnig, ſo iſt es dies nicht unter beſ⸗ ſern Verhaͤltniſſen als die uͤbrigen. Es kennt von der Wahrheit nur das, was ſeine Hoͤflinge es erblicken laſ⸗ ſen. Neidiſche glaubten dabei zu gewinnen, wenn ſie Dich verſchrieen; ſie dichteten Dir einen Charakter, ja ſelbſt einen Verſtand an, nach dem Bilde und der Aehn⸗ lichkeit des ihrigen geformt. Das Volk glaubte ihnen. Was konnte es auch thun? Es ſah, es hoͤrte Dich nicht.


