Teil eines Werkes 
4. Band (1832)
Entstehung
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iſt es denn da noch Zeit genug fuͤr mich, das Leben wieder anzufangen und ein Land aufzuſuchen, das mich fuͤr ſeinen Sohn anerkenne? Gott iſt mein Zeuge, wenn ich es auch koͤnnte, ich moͤchte es nicht!

Bewundernswerthe Wohlthat, die darin beſtehen wuͤrde, mir Alles zu rauben, ſelbſt den Himmel, den ich ſeit meiner Kindheit geſehen, ſelbſt die Luft, die ich ſeitdem eingeathmet habe, und mir bloß das zu laſ⸗ ſen, was mich eben nur noch den Schmerz uͤber das Verlorene empfinden laͤßt!

Verbannt! Das iſt mehr als Tod! Der wahre Tod vertilgt wenigſtens das ſehnſuͤchtige Vermiſſen: dies iſt einer, der es ſchaͤrft, es unterhaͤlt!

Sei ruhig und faſſe Dich, ſagte Cliſſon; weißt Du denn, in welcher Art Gott uͤber Dich und ſelbſt uͤber die, welche gegen Dich aufgeſtanden ſind, beſtim⸗ men wird? Er iſt ihr Herr, wie der Deine, und ent⸗ huͤllt nicht alle ſeine Abſichten in Einem Tage. Geh⸗, geh'! das Ungluͤck iſt fuͤr den noch ungluͤcklicher, der es nicht edelmuͤthig ertraͤgt.

Merke Dir noch das wohl:Mein Herr, der Herzog von Burgund, der ein weiſer Herr war und in ſeinen Angelegenheiten weit hinaus ſah, ob er gleich gegen mich nicht fein gehandelt hatte, ſagte eines Tages, als Einige mehr als billig in ihn drangen: Ei, ei, die Ruthe iſt vielleicht ſchon gebunden, womit ſie gezuͤchtigt und gebeſſert werden: es giebt kein Alter, das nicht zahlen